Uber verachtet Frauen

Der Konzern Uber ist von der Unternehmensleitung bis hinunter zu vielen Fahrern für seine frauenfeindliche Haltung bekannt.

In Berlin erfahren wir so von diesem Problem: Ihr habt Recht, sagt uns ein Kollege, dem wir unser Infoblatt in die Hand drücken. Ich hatte einen Mitschüler, der ist richtig kriminell geworden. Drogen, Raubüberfälle, und für Vergewaltigung ist er auch verurteilt worden. Der hatte keinen deutschen Pass und sollte abgeschoben werden. Dann habe ich lange nichts von ihm gehört. Jetzt habe ich ihn gesehen - er saß am Steuer eines Uber-Mietwagens.

Wir glauben dem Kollegen seine Beobachtung, können sie aber nicht überprüfen. Auf jeden Fall ist es nachvollziehbar, weshalb Mietwagenunternehmer Fahrer einstellen, die nirgends sonst eine Arbeit bekommen, etwa weil sie keine Arbeitserlaubnis haben. Die Unternehmen finden keine guten Mitarbeiter. Wer möchte auch einen Job machen, bei dem er weniger als den Mindestlohn verdient, keine Kranken- und Arbeitslosenversicherung hat und sich die nachts in Berlin mit Besoffenen herumschlagen muss.

Der Mietagen-Unternehmer interessiert sich nicht für P-Schein und Führungszeugnis, Hauptsache der Wagen rollt und macht Umsatz. Kontrollen wie bei Taxis gibt es nicht. Ob weibliche Fahrgäste im Auto in Sicherheit sind, interessiert nicht.

Frauenfeindlichkeit bei Uber ist eine derartige Selbstverständlichkeit, dass Die Zeit das Thema nur nebenbei erwähnt. Heike Buchter schreibt aus New York in einer Uber-Kritik:

Frauenfeindlichkeit ist im Silicon Valley verbreitet und kein spezifisches Uber-Thema.

Quelle: Uber: So innovativ wie ein Pizzabäcker - ZEIT ONLINE

Wer über eine der Rufzentralen ein Taxi bestellt, kann weitgehend sicher sein, dass ein Fahrer mit geprüfter Identität, Ortskenntnis und sauberem Führungszeugnis am Steuer sitzt. Von den Zuständen bei Uber ist das Taxigewerbe bei allen Probelmen weit entfernt.


Verantwortlich ist Uber für das allgemen bekannte Sexismusproblem in der Firma. Ist der Konzern Uber auch verantwortlich für den Mißbrauch bis hin zu Vergewaltigungen durch Uber-Fahrer, die bei Unternehmen angestellt sind, die sich Aufträge von Uber vermitteln lassen? Wir meinen, ja, das ist so. Uber ist für das Verhalten seiner Fahrer verantwortlich, auch wenn diese formal bei anderen Unternehmen angestellt sind.

Uber muss sicher stellen, dass nur Fahrerinnen und Fahrer vermittelt werden, welche die fachlichen und persönlichen Anforderungen für eine sichere Personenbeförderung erfüllen. Dabei geht es nicht nur um das Personsonenbeförderungsgesetz, sondern um viel grundlegendere Fragen

Uber hat durch seine Größe eine umfassende Verantwortung für alles, was mit seinen Aktivitäten zu tun hat. Uber ist so etwas wie die Berliner Nahverkehrsgesellschaft BVG und die Aufsichtsbehörden für den öffentlichen Nahverkehr zusammen. Der Megakonzern ist zu gross, um noch als reiner Vermittler von Fahrdienstleistungen gelten zu können und will auch viel mehr. Seine Aktivitäten haben längst Auswirkungen, die alle betreffen.

An positiven Auswirkungen gibt es aus Deutschland nichts zu berichten, denn öffentlicher Nahverkehr ist besonders in Berlin bislang überall jederzeit verfügbar und preiswert. Der extreme Preisdruck durch illegale Geschäftspraktiken des Konzerns und seiner Subunternehmen macht es hingegen unrentabel, qualifiziertes und für die Fahrgäste angenehmes Personal zu beschäftigen.

Mangel an sozialer Verantwortung des Konzerns, miese Entlohnung und Arbeitsbedingugen der Fahrer sind die eigentliche Ursache für frauenfeindiches Verhalten von Uber-Fahrern. Uber ist eben kein normales Unternehmen wie Ihr freundlicher Taxibetrieb.


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